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V2 Raketenfertigung in Friedrichshafen 1942-45

 

 

 

Vorwort



Es wurde und wird viel geschrieben , ber " den Zeppelin " damals und heute , vom LZ 1 ber Die Hindenburg bis hin zum LZ NT 07 das " neue " Flaggschiff " und der neuen Zeppelin ra ! ber die Fa. Zeppelin und ihrem Weg zur Raumfahrt wird selten etwas geschrieben , aber es gibt sie , die Geschichte von der A 4 zur Ariane!
Mit dem ende der Zeppelin ra an die wir uns gern und oft erinnern , begann bei uns eine andere , neue ra , fr fiele Menschen mit Schmerz und Leid ! An den beginn dieser ra von der wir heute alle unseren nutzen haben erinnern wir uns nicht . Fast nicht ! Denn es gibt immer etwas an das man sich erinnert .
Meistens sind es groe Dinge , die gewaltig sind in ihren Ausmaen , in ihrer Technik oder in ihren Auswirkungen . Man erinnert sich an das erste Auto und seinen Erfinder , an Otto Lilienthal und seinen Erstflug. Und man erinnert sich an die V2 und Werner v. Braun.

Hier um Friedrichshafen erinnern wir uns neben dem Zeppelin, an das V2 Werk in Oberraderach. Es war etwas besonderes, etwas mit einer geheimen Waffe ! Nun wundert es nicht das auf diesem Nhrboden fr Geschichte und Geschichten ein Mythos um das V2 Werk entstand . Was da wirklich war, wei keiner so recht, daher habe ich mich an die Arbeit gemacht um an die Wahrheit etwas nher heran zu kommen. Ich sammelte Daten durchforstete das gesamte Gelnde. Mit jedem Fortschritt meiner Forschung nderte sich das Bild vom V 2 Werk. Ein Mythos ging zu Boden und wurde ersetzt durch die Wahrheit die nicht weniger erstaunlich ist aber auch erschreckend ! Es ist nicht einfach ber etwas zu berichten das jahrelang begeisterte ohne zu wissen welches Leid dahinter stand . Daher  mchte ich mich an einen Auszug aus dem Vorwort des Buches Peenemnde und seine Erben in Ost und West von Jrgen Michels 1997 anschlieen :
Hier soll beschrieben werden , was in Peenemnde geschah und bis zum heutigen Tage Weiterentwickelt hat . Gem Peter Elstob darf es Gut und Bse << fr den Geschichtsschreiber nicht geben und gerade bei der Beschreibung von Peenemnde , des Mittelwerkes und der eingesetzten V - Waffen mag es sehr schwer sein , leidenschaftslos und frei von persnlichen Meinungen nichts anderes wiederzugeben als Geschichte , d.h. die bloen Fakten .


Man kann durchaus das Peenemnde gegen Friedrichshafen austauschen , da Friedrichshafen eine der wichtigsten Entwicklung und Rstungszentren im zweiten Weltkrieg war !

25.2.2001 Thomas Kliebenschedel

 

Es begann in einer Katastrophe ,

 



1939 Die Hindenburg LZ 127 auf dem Landeanflug auf das Landefeld in Lakehurst pltzlich reit die Auenhaut des Zeppelins auf , Feuer spuckt aus dem inneren des Giganten , rasend schnell fressen sich die Flammen durch den Krper des Zeppelins ..........

Das Ende einer ra !

In Deutschland reagiert man Schnell , die Zeppeline haben als trger der National - Sozialistischen Propaganda ausgedient . Nun beginnt das groe verschrotten , LZ 130 " Graf Zeppelin II " wird wieder zerlegt und bei der Fa. Zeppelin bemht man sich um andere Auftrge . Man beginnt verstrkt in der Flugzeug Technologie Fu zu fassen und beteiligt sich an der Entwicklung von Groflugzeugen deren Basis z.B. die Me 323 ist .
Auch an kleinen Flugzeugen wird gearbeitet wie die "Fliegende Panzerfaust" ein Raketen getriebener Abfangjger der aber nicht ber die Zeichnungsstudie hinaus kam .
Neben den Flugzeugen beginnt man mit der Entwicklung und Fertigung von Radar und Antennenanlagen " Wrzburg - Spiegel " u.s.w.

Zu der damaligen Zeit , alles absolute Hochtechnologie . Daher verwundert es nicht das sich Hugo Eckener`s Sohn Knut schon 1940 um die Fertigung des modernsten an Technologie bemht haben soll , das Deutschland zu bieten hatte : Die A 4 ( V2 ) !

Mit der Einrichtung der Fertigungswerke in Friedrichshafen und der Prfstelle Oberraderach entstanden in Friedrichshafen und auch in Oberraderach , Auenlager des KZ Dachau ebenso entstanden Zwangsarbeiterlager in Ailingen , Kehlen , Oberteuringen , Tettnang, Kressbronn , berlingen , Ravensburg, Saulgau u.s.w . Bevor in Friedrichshafen die Fertigung beginnen konnte wurde die Stadt in der Nacht vom 20.6 auf 21.6.1943 bombardiert . Durch die Bombardierung von Friedrichshafen , wurde auch die Zeppelinhalle getroffen und die Fertigung fr das ( A4) fr mehrere Wochen gestoppt. Am 13.08.1943 wurden die Rax - Werke , Wiener Neustadt bombardiert und am 17-18.08.1943 Peenemnde. Nach den verheerenden Bomben Angriffen entschloss sich das Rstungsministerium die Fertigung in den Konsortien im Sdhatz zu verlegen . Anfangs sollen die Behlter fr den Treibstoff und den Gefechtskopf in Kennelbach und Wolfurt im Vorarlberg gebaut worden sein , dann nach Friedrichshafen gebracht und von dort aus mit den bei Fa. Zeppelin gefertigten Teilen in den Kohnstein geliefert worden sein.
Am 1.1.1944 begann in der neuen Halle der Fa. Bautz AG Saulgau die Fertigung der A4 -Halbschalen , weitere Teile wie Deckel und Bden wurden in dem Leerstehenden Garagengebude der J.G. Rimmele Ziegelei in Litzelbach bei Altshausen gefertigt . Hier standen Drckbnke und ein Glhofen das Personal kam von der Fa. Baluff und Springer aus Friedrichshafen.
Nach etlichen Luftangriffen der Alliierten wurde die Fertigung am 20.6.1944 bei Zeppelin vllig eingestellt.
16.8.1944: um ?? Uhr - es war der zehnte von 11 Luftangriffe , das Werk in Oberraderach wurde mit 160 Sprengbomben und sechs Luftmienen Bombardiert . Das Werk verschwand unter dem Rauch und Staub den die Bomben verursacht hatten. Das ganze Spektakel ging nur wenige Minuten , das Ziel soll voll getroffen worden sein , allerdings sind auf den Aufnahmen vom Mrz 1945 keine Beschdigungen zu erkennen , und am 17.8.1944 also am Tag darauf sollen die Kompressoren der Sauerstoffverflssigung wider voll im Betrieb gewesen sein .
Ca 20 Einschlge sind im Wald des Mittelberges noch heute zu erkennen , ebenso gegenber am Weiher - Berg , die mit den Bombentrichter in einer Flucht stehenden Prfstnde sind unbeschdigt ! Die Fertigung selbst wurde nach einigen Tagen wieder aufgenommen aber dann im September wieder eingestellt und total aufgegeben Januar 1945 wurde das Gelnde in Oberraderach wegen den herannahenden Franzsischen Truppen gerumt .
08.05.1945:Friedrichshafen wird von den Franzosen kampflos eingenommen .
09.05.1945: Professor Moureu der Mitbegrnder der Franzsischen Raketenforschung und Urvater der Ariane besucht Oberraderach . Er fand die unzerstrten Prfanlagen die Sauerstoffverflssigung , Montagehallen und sonstige Einrichtungen vor , er lie alles brauchbare demontieren und nach Frankreich schaffen .
Zwischen dem 7.4.1948 und 21.4.1948 sprengten eine franzsische Pioniereinheit mit reichlich Sprengstoff den Rest der Prfstnde und was sonst noch erhalten war . Es entstanden ein 70 ha groer Truppenbungsplatz und zwei Weiher .




1963 Radpanzer in Oberraderach ( im Hintergrund Mitte-Rechts, Betonreste des Mittleren Prfstandes )



Erhaltenes Warnschild aus Oberraderach

( Sammlung : V2Werk-Oberraderach.de )



Hinterlassenschaft der Franzsischen Armee

( Sammlung : V2Werk-Oberraderach.de )


75 ha wurden an die umliegenden Bauern verpachtet . Die A4 Fertigungshalle in Friedrichshafen wurde 1979 abgerissen und in Oberraderach wurden , die Reste der Prfstnde unter Mll begraben , auf dem brigen einst 145 ha groen Werksgelnde, das nicht Landwirtschaftlich genutzt werden konnte entstand ein Naturschutzgebiet.

 


Mllberg in Raderach 2000

Anfang der 90er: Die Franzosen ziehen ab .

Mitte der 90er Jahre: Zeppelin beendete die Fertigung von Ariane 5 Raketenteile !



Anmerkung :

Friedrichshafen entwickelt sich unter dem Schutz der Franzsischen Besatzungsmacht zu einer der reichsten Stdte in Deutschland und ist heute Besitzer eines Konzerns mit weltweit mehr als 30000 Mitarbeiter , das V2 Werk ist lngst ein Mythos !
Im Jahr 2000 richtet das Landratsamt , die Stadt Friedrichshafen , Oberteuringen und Markdorf ein Naturlehrpfad ein , der unter anderem ber das V2 Gelnde geht , an alles wird gedacht nur das die riesigen 60 Jahr alten Pappeln , an nrdlichsten Zipfel des Gelndes dort wo der Wanderweg herein gefhrt wird , von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter gepflanzt wurden , steht nirgends .Nicht einmal andeutungsweise dort , wo ein fleiiger Aktivist des Landratsamtes ein Wanderwegschild an jene von einem Gefangenen gepflanzten Baum , nagelte!
Plne zur Einrichtung einer Gedenksttte ber die Opfer der A4 ( V2 ) oder nur die Anbringung einer Gedenktafel neben der am Haupteingang der Deponie angebrachten Infotafeln ber das Hepbacher , Leimbacher- Ried ist nichts bekannt !



Vom Landratsamt angebrachtes Schild


Nach dem Bericht eines Raderachers, wurde dieser Baum von Kriegsgefangenen gepflanzt.

Die groartigen Leistungen die Graf Ferdinand von Zeppelin , als Luftfahrt Pionier und Gnner der Stadt Friedrichshafen , so wie die Leistungen aller " Zeppeliner " , stellvertretend genant Hugo Eckener , sollen durch diesen Bericht nicht geschmlert oder deformiert werden ! Diese Leistungen bilden mitunter einen Teil der Basis unseres Wohlstandes , so wie die Geschichte unseres Wohlstandes die Basis unserer Freiheitlichen Zukunft ist ! Ein Teil unserer Zukunft liegt in der Raumfahrt an dessen Vergangenheit erinnert werden muss . Nicht die Verffentlichung Geschichtlicher Vergangenheit schmlert die Leistungen groer Menschen , sondern der Umgang mit unserer Geschichte . Je mehr wir unsere Geschichte dort lassen wo sie entstanden ist und sie unter dem Mll unseres Wohlstandes begraben , je eher werden wir in der Gegenwart und der Zukunft mit den Auswirkungen des Schweigens konfrontiert ! Ich bin kein Befrworter der Demontage von Einrichtungen Nationalsozialistischem Verbrechens . Aber wenn es unvermeidbar ist dass das eine unter Mll begraben und das Andere zu Zement verarbeitet wird , so werden auch die Vertreter des Kohnstein's ( Nordhausen , Dora - Mittelbau ) zustimmen das sich die Stadt Friedrichshafen um ein Paar Exponate aus dem Kohnstein bemhen sollte und nicht die Erhaltung der Geschichte ausschlielich Museen wie das Technikmuseum in Berlin berlsst , die sicher nichts mit der V2 Fertigung zu tun haben !
Hier am Bodensee sollte man handeln , bevor der Rest der noch erhaltenen Stcke dem Rost  zum Opfer gefallen sind !



1.1.2000 Thomas Kliebenschedel

 

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Thomas Kliebenschedel 2002