A4
(V2) Raketenfertigung in Friedrichshafen
1942-45
Liebe Besucher dieser Webseite, um eine bessere bersichtlichkeit
der Inhalte und eine hhere Qualitt zu erreichen Ist es dringend notwendig
geworden die Webseite zu berarbeiten ! Um dennoch alle bisherigen
Informationen weiterhin zugnglich zu machen werde ich fr die Zeit der
berarbeitung die Inhalte nicht vom Server nehmen, sonder die nderungen stets
sichtbar vornehmen. Das wir in der nchsten Zeit bedauerlicherweise zu
Einschrnkungen fhren!
Ich danke fr Ihr Verstndnis
T.Kliebenschedel
Plne und
Endscheidungen
Noch lange bevor das
erste A4( V2 ) erfolgreich den Boden Peenemndes verlies begann man die
Serienfertigung zu planen. Nach der Vorstellung des Heereswaffenamt sollte das
A4 bis um 31.05.1941 fertig Konstruiert sein . (
Hlsken )
Obwohl Hitler das
" Vorhaben Peenemnde " am 11.10.1939 mit der damals hchsten
Dringlichkeitsstufe ausstattete, krzte er das Programm auf die reine
Entwicklung. Die Einrichtung einer Fertigung untersagte Hitler, und als der
Blitzkrieg gegen Polen und der Feldzug gegen Frankreich erfolgreich verlief
schwand seine berzeugung von der Brauchbarkeit und Notwendigkeit einer Rakete
so ,dass das Programm wieder aus der Dringlichkeitsstufe 1 fiel .
Nun
kam es zu einigen Diskussionen und Rangeleien hinter den Kulissen letztlich
konnten aber die Befrworter des A4 Programms unter dem Druck der verlorenen
Luftschlacht um England, Hitler von der Notwendigkeit des A4 berzeugen . So
wurde das Programm der Entwicklung am 16.10.1940 mit der Dringlichkeit 1a
ausgestattet. Die Fertigung allerdings besa immer noch keine Prioritt .
(Engelmann)
In diesem Zeitraum drfte die Fa. Zeppelin sich erstmalig fr eine Fertigung
des A4 ins Gesprch gebracht haben, in Friedrichshafen standen nach dem Absturz
der Hindenburg in Lakehurst die Produktionshallen teilweise leer und auch das
hoch qualifizierte Personal wollte beschftigt sein . Dornberger nutzte seinen
Vortrag bei Generalfeldmarschall Milch am 11.3.1941 auch zur Darstellung seiner
Vorstellung fr den Beginn der Serienfertigung und empfahl ein
Serien-Werk in Peenemnde mit einer Produktion von 1500 Stck und eine
Fertigung bei Zeppelin mit 3500 Stck pro Jahr. (BMAM RH8 1212/1213) Am
27.3.1941 erhielt das A4 Entwicklungsprogramm die allerhchste Priorittsstufe,
die Fertigung selbst aber nur die Stufe " S " . (Demps) (14)
Niederschrift
einer Besprechung ber die Fertigungsplanung des A4 vom 19.12.41 vom 16.12.41
...] Oberst Dornberger teilt mit, das seitens OKH
beabsichtigt ist, die Firma Luftschiffbau Friedrichshafen GmbH, FN als
Zweitfertigungswerk fr die von der Heeresversuchsanstalt Peenemnde
entwickelten Gerte einzusetzen[........] die 0 Serie soll in der
Ringbauhalle gefertigt werden.
(BAMA
RH8 1215)
Da einige ursprnglich lehrstehende Bereiche auf dem
Zeppelin Werftgelnde anderen Rstungsfirmen zu Verfgung gestellt wurden,
mussten diese fr eine A4 Fertigung erst gerumt werden. Dieses stie bei den
betreffenden Firmen auf Wiederstand :
...] Oberst. Ing..
Hertel teilt mit das gegen die Kndigung Einspruch erheben werden muss wegen dem
Do 217 Programm ].....[Es wird ein Lokaltermin in FN ausgemacht , mit je ein
Beauftragter des RLM ,HVP, um Forderungen des OKH und RLM gerecht zu werden.]
(BAMA RH8 1215)
Bevor
in Friedrichshafen die Serienfertigung eingerichtet werden konnte , mussten
einige Fragen gelst und Hindernisse aus dem Weg gerumt werden . Es stand
nicht von Anfang an fest wo das A4 bei Zeppelin gefertigt werden sollte. Zum
einen standen Rume auf dem Werftgelnde zu Verfgung, und zum anderen auf dem
Flugfeld Lwenthal . Allerdings stand die Halle in Lwenthal den
Erweiterungsplnen der Luftwaffe im Wege, so das ber eine Sprengung der Halle
nachgedacht wurde . Dem aber standen nun die Rstungsplne des Heeres entgegen
und so wurden berlegungen des Standortes und Aufwand zur Einrichtung der
Fertigung angestellt, die natrlich auch ein Verbleib der Zeppelinhalle auf dem
Flugfeld beinhaltete. (BMAM RH8 1215 ) Neben der einigendlichen Gro-Serie
sollte die Fa. Zeppelin auch fr die Null-Serie einige A4 Der Baureihe A und
der Baureihe B liefern. Der grte Teil aller in Peenemnde gestarteten A4 die
nicht aus der Serienfertigung des Mittelwerkes Endstammen, kamen aus dieser
Null-Serie. Der Anteil der in Friedrichshafen gefertigten A4 der Null-Serie
drfte bei ca. 50 % liegen . Die Ersten Versuchsmuster aus der Null- Serie des
A4 entsprachen dem Versuchsmuster V7 . Da man erst mit der Planung einer
Groserie begonnen hatte, aber fr die Tests dringend Nachschub bentigt wurde,
plante man eine provisorische Fertigung in der Halle 2 b.z.w. der Ringbauhalle
. Fr die eigentliche Groserie wollte man natrlich eine eigene Halle und so
wurden einige berlegungen gegenber gestellt :
Beispiel:
Fertigung der A4 in Lwenthal.
A: Einbauten :
1. Zwischenboden durch die ganze Halle
2. Kranbahn 12 m hoch
3. Kranbahn 22 m hoch
4. Spritzraum
5. Umspannstation
6. Trockenanlage
7. Atramentieranlage
8. Pressluftanlage
9. Verdunkelung
10. Licht und Kraftinstallation
11. Telefon
B. Nebengebude enthalten
1. Heizkesselanlage, Lockschuppen
2. wache, und Pfrtner
3. Bros fr Arbeitsvorbereitung
Betriebsleute, Lohnverrechnung, Termin und Kalk.abt, Prfstelle,
abnahmen, HAP, Betriebsarzt.
c. Wohnbaracken fr 1000 Mann
e. umbau der Betriebsgebude in der Werft
f. Splittergrben fr 1000 Mann
g. Stromleitung 15000 v 3000 KVA
h. Umzunung
Alternative :
Fertigung A4 auf dem Zeppelin Werftgelnde
Zusatzbauten :
1. Krananlage dazu 22 m hoch
3. Spritzraum auch fr Wrzburg
4. Umspannstation ( Erweiterung )
5. Trockenanlage
6. Atramentieranlage ( mit Eloxirerei ?)
7. Kraftinstallation ( Erweiterung )
8. Zieherei , Sandstrahl, Lockhaus
b. Umzge :
1. Lehrwerkstatt in Ringbauhalle
2. Beizerei in Baracke
3. Elektroschweierei in Behelfsbaracke
4 .Gefbau in Ringbauhalle
c. Wohnbaracken fr 1000
d. Gleisanschluss bis Teuringertahlbahn
e. Umbau des Betriebsgebudes
f. Deckungsgrben fr 1000 Mann, auch bei Baracken
g. Stromzuleitung 15000 3000 KVA
h. Umzunung
i. Umlegung DW nach Lwenthal
(BMAM
RH8 12??)
Letztlich entschloss man sich dann die fr die Luftwaffe strende Halle nicht
zu sprengen sondern sie zu demontieren und auf dem nrdlichen Werftgelnde in
genderter Form als Halle 3, wieder zu errichten .
Aktenvermerk ber die Besprechung bei Zeppelin
in Friedrichshafen zur Einrichtung des Serienwerkes, am 16.1.42 fr die
Demontage und den Wiederaufbau auf dem Werftgelnde :
...] Halle auf und Abbau Die Mitteldeutsche Stahlwerke ( Lauchhammerwerk )
stellt Spezialmonteure und stellt die Anzahl der Hilfskrfte fest . Zuweisung
muss Peenemnde veranlassen.[...
Einige Tage nach dieser Entscheidung wurde das Projekt wider blockiert, da kurz
vor der Demontage sich andere Interessenten zu Wort meldeten.
11.2.42
Anruf von Oberst-St-Ing. Sellschopp vom RLM um 16.15 :
H.
Generalfeldmarschall Milch hat am heutigen Tage bei einer nochmaligen
Besprechung entschieden : die Halle wird abgerissen [...] die Halle wird nicht
dem Heer zu Verfgung gestellt sondern weiter Ob d L [..
Diese Anordnung behinderte natrlich einen raschen beginn der
Serienfertigung und so wurden hinter den Kulissen einige kleine Gefechte
geschlagen bis sich Generalfeldmarschall Milch wider umstimmen lies .
11.3.42 nach Vortrag Dornberger :
Milch entscheidet :
Halle Verfgung geht an das Heer [. ...
Am 31.03.1942 verfgt Speer endgltig die Verlegung der Zeppelin Halle auf dem
Flugfeld " Lwenthal " zum Zeppelin Werftgelnde .
Auszge einer Mitteilung vom 7.4.42 an die Rstungsinspektion V O. Klett
Stuttgart
Zeppelin Metallwerke GmbH ist fr Fertigung vorgesehen :
...]
1 Verlegung der Halle ( von
Lwenthal auf das Werftgelnde ))
2 Einrichtung der Abnahmestelle des OKH/Wa A in Raderach, Ankauf von
Gelnde hat bereits begonnen.[.....] Einrichtung einer
Verbindungsstelle von Peenemnde bei Zeppelin Ing. Fehreberger.
[....]Fertigung : 75 er Serie 1942
Oberst Klett stellt fest , keine Zivilisten in die Fertigung , sondern wie in
Peenemnde Soldaten.
Zweckmig die Aufstellung Kommando ( VKN/S= Versuchkommando Nord/ Abteilung
Sd )
Unterbringung in Baracken neben der beinahe fertig gestellten Flakkaserne
[...] April 1942 Beginn der Bau-Arbeiten am Abnahmeplatz Raderach
Bauherr : Wa J R ( Mun 3 )
Nach dem nun alle Fragen der Fertigung bei
Zeppelin gelst waren, begann man im Februar 1943 die 1931 fertig gestellte
Luftschiffhalle auf dem Fluggelnde Lwenthal zu demontiert und auf einer
eigens dafr errichteten 1,8 km langen Bahnstrecke auf das nrdliche
Zeppelin-Werftgelnde transportiert . Dort wurde fr die A4 Raketen in
reduzierter Gre wieder aufgebaut . In einem Gesprchsprotokoll zur Planung
des Ab und Aufbaus der Halle 3 und der Arbeitskrfte Beschaffung wird deutlich
das man nicht mit allem an Arbeitskrften einverstanden war :
..]Fr
die Abtragung der Halle werden Kriegsgefangene angefordert, Russen sind nicht
erwnscht !
April
1943 sollte dann nach der Planung ,die Taktstrae bei der Fa. Zeppelin fertig
sein , so das am 1.05.1943 wie geplant mit der Fertigung bei Zeppelin begonnen
werden konnte.
BMAM
RH8 1212/1215/1217/1219)
Fr die Einrichtung
der Serienfertigung gibt es umfangreiche und sehr aufschlussreiche Dokumente im
Bundesarchiv in Freiburg, so das es mglich ist den Inhalt einzelner Dokumente ungekrzt
wider zu geben. Nach der ursprnglichen Planung sollte die Halle zur A4
Fertigung ( Halle 3 ) Im Nrdlichen ende des Werftgelndes inter der Halle 2 (
Ringbauhalle , errichtet werden. Am stlichen Ende der Halle war ein Turm zur
senkrechten Prfung vorgesehen. In den Turm sollte ein Stichgleis, zum
Abtransport fertiger A4 nach Raderach , fhren. Sdlich der Halle war ein bis
zur Hallenmitte parallel verlaufendes
Gleis zur Anlieferung der Zulieferungsteile angelegt. Die Waggons konnten dort
an einer berdachten Laderampe durch Elektrokarren Endladen werden. Allerdings
wurde diese Halle entgegen des Berichtes Spiegelverkehrt errichtet , ob der
Berichtschreiber nun die Himmelsrichtungen durcheinander gebracht hat, oder die
Tatschliche Planung gendert wurden ist heute nicht mehr feststellbar ! Die
Haupthalle ( Mittelschiff ) erhielt einen durchgehenden Kran von 36 m
Bahnbreite in einer Kranhakenhhe von 10 m. Der Kran mit einem Hauptzug von 10
t und einem Hilfszug von 5 t Tragkraft
ausgestattet; beide Zge erhielten Feinhub. In dem Turm wurde ein gleicher Kran
mit 22 m Kranhakenhhe untergebracht. Fr die Kontaktschweierei musste eine
besondere Krananlage noch entworfen werden. Ing. Kruck HAP/VW wurde mit der
Unterbreitung von Vorschlgen an LZ beauftragt. In den Seitenschiffen der
Halle, die nur als Unterbringung und Bereitstellungslager dienen sollten,
wurden Demag-Zge unter den Dachbindern quer zu Hallenachse angebracht. Die
Gleisausfahrt aus dem Turm hatte Reichsbahnladema, der Durchbruch konnte aber
fr eine eventuelle A10 Fertigung auf 8m Breite und 9 m Hhe, vergrert
werden. Fr die Einrichtungsplanung der Kontaktschweierei war Ing. Kowall
HAP/EW/BV und Ing. Kruck beauftragt die am stlichen Ende der Halle
untergebracht wurde. Bei der Planung der Kontaktschweierei sollte Ing. Kowall
die Lage der Kabelkanle und die Unterbringung der Schaltschrnke fr die
Portalschweimaschine mit einbeziehen. Da die Grundwasserverhltnisse es
erlaubten bis zu 2,5m in die Erde zu gehen, sollten die Schaltschrnke nach
Mglichkeit Unterflur in besonderen Nische der Kabelkanle gestellt werden. In
diesen Vorschlag musste auch die Unterbringung der Trafostation mit
eingearbeitet werden. Fr diese war ein Flchenbedarf von 20 x 12 m geschtzt.
Das Stromzufhrungskabel Msste dann in Sdstlicher Seite vom Sden kommend in
die Halle gefhrt worden sein . Fr die Lackiererei und Spritzerei musste Ing.
Kruck auch Entwrfe machen. Diese Abeilungen waren fr auerhalb der Halle oder
hchstens in einem Seidenschiff vorgesehen. Neben der Kontaktschweierei sollte
Ing. Kruck in einem Nebenschiff eine Phosphatier- Anlage vorsehen. Die
restliche Flche des Nebenschiffes neben der Kontaktschweierei sollte dann als
Bereitstellungslager fr einen Wochenbedarf an Press und Normteile fr die
Mittelteile und das Heck dienen. Dr.Ing. Mller I HAP/EW/BN wurde mit dem
Endwurf fr die Bordnetzprfung notwendigen Elektroanlagen im Turm beauftragt.
Die Gesamt Planung der Halle 3 sollte so erfolgen, das es mglich war zu einem
spteren Zeitpunkt eine zweite Taktstrasse fr die A4 Triebwerks oder
Gerteraummontage zu integrieren. In der Halle 3 plante man zunchst
Meisterbuden mit je zwei Schreibtischen im Nebenschiff zum Turm fr die Abnahme
und Bordnetzprfung, 2 bis 3 Buden im
Nebenschiff lngs der Taktstrae fr die Prf und Abnahmeingenieure, 2 Buden im
Nebenschiff zur Taktstrae fr Verbindungsingenieure der Zulieferfirmen; 1 fr
die Steuerungsfirmen und 1 gemeinsame fr
Bordnetzfirma Stotz-Kontakt und fr Dampfanlagenfirma Heinkel-Werke,
Jenbach. Weitere Buden wurden in noch nicht festgelegter Zahl fr Terminleute
und Bereitsteller LZ vorgesehen. LZ schtzte fr den Umbau der Halle 3 folgende
Termine: Fr das Hallengerst als Skelett, Fertigstellung bis September 1942,
Halle ausgemauert,
Heizung und Fuboden fertiggestellt, Anfang 1943. Anlauf der Fertigung, April
1943. Betriebsgebude von LZ muss zur Unterbringung der fr die A4 Fertigung
notwendige Arbeitsvorbereiter aufgestockt werden, was nach Angabe von LZ mit
kleinsten Bauaufwand mglich ist, da das Gebude hierfr bereits vorgesehen
war. In diesem Gebude sind je ein Raum fr den Leiter der Abnahmestelle bei LZ
und fr den stndigen Vertreter der Nachbauleitung vorzusehen. Neben der Halle
3 solle noch eine Wohlfahrtsbaracke nach dem Kriegsbestimmungen des GB-Bau
erstellt werden, die Wasch und
Umkleiderume fr die in der Halle 3 arbeitende Belegschaft bekommen sollte.
Das von der Halle 3 heraus fhrende Anschlussgleis fhrt zunchst in einem
groen Bogen nach Sden, stt von dort in einer nach Osten gerichteten Kurve
durch die Hecke des Riedle- Parks, auf die Teuringer Talbahn, auf der die
Gerte nach Oberraderach gebracht werden knnen. Das Anschlussgleis ist dann
auch an das Reichsbahnnetz angeschlossen. Die Beheizung der Halle 3 soll durch
einen besonderen Kessel erfolgen, der in dem vorhandenen Heizhaus zustzlich
aufgestellt wird. Dieser Kessel reicht gerade fr die Hallenheizung aus und
kann daher fr weitere Aufgaben ( z.B. Vakuum trockner ) nicht miteingesetzt
werden. Die Bauarbeiten in Oberraderach haben bereits begonnen. Die Aufmessung
der Glei-Trasse und der genauen Lage der Prfstnde ist bereits abgeschlossen.
Die Bauarbeiten an den Baracken fr Bauarbeiter und Kriegsgefangenen sind im
Gang. Die Lage des am weitesten sdlich stehenden Prfstandes wurde noch etwas
abgendert., damit die Ausblasrichtung nicht wie bisher in den Wald hinein
fhrt. Die Vakuumtrockenanlage soll entgegen frheren Festlegungen nicht bei LZ
sondern auf dem Gelnde Oberraderach aufgestellt werden. Projekt wird von der
HAP/VW ( Ing. Kruck ) in Zusammenarbeit mit HAP/EW/TH ( Ing. Temann )
ausgearbeitet.
Da vor der
in Betriebnahme der Halle 3 zunchst in der Halle 2 mit einer vorlufigen
Fertigung begonnen werden soll, beantragt LZ am ca. 1.9.1942 noch 260
reichsdeutsche Facharbeiter.
(VKN ? ) ( VKN/S= Versuchkommando
Nord/ Abteilung Sd )
Unterbringung hierfr
ist vorhanden. Nach Inbetriebnahme der Halle 3 soll in der Halle 2 der
Behlterbau verbleiben. Da dieser als offen erklrt worden ist, kann er
vorwiegend mit Auslndern und Kriegsgefangenen betrieben werden.
Wenn fr die Auslnder
noch 20 reichsdeutsche Facharbeiter als Fhrungspersonal eingesetzt bleibt,
stehen unter Bercksichtigung der bei LZ bereits vorhandenen 60 VKN- Leute (
5.5.42 ) fr die Halle 3 zunchst 300 Mann zur Verfgung. Eine weitere
Verstrkung der Belegschaft fr Halle 3 msste etwa fr April 1943 in Aussicht
genommen werden . ( ab da waren KZ Hftlinge beschftigt ) LZ bittet ferner
sofort Zuweisung von 3 Wchtern fr die Bewachung der Fertigung in Halle 2,
sowie 12 franzsische Kriegsgefangene zwecks Beschleunigung der Fertigung am A4
. ( innerbetriebliche Umlagerung gegen Reichsdeutsche in anderen Werksttten).
Ing. Fereberg ist
beauftragt worden, die Wchter und die Kriegsgefangenen durch Verhandlungen mit
den rtlichen Dienststellen zu beschaffen.
C.
Fertigungsanlauf
LZ
hat bisher Auftrge erhalten ber
75
Mittelteile A4
150
Satz Behlter fr A4 ( Das entspricht dem Gesamtbedarf fr die Null-Serie
der
Baureihe A )
3
Gerippe fr A7
Folgende
zustzliche sofort zu erteilende Auftrge wurden beschlossen:
a) 75 Hecks fr A4 :
Die
Arbeiten hieran sollen sich ausschlielich auf Zusammenbau und
Kontaktschweiung der Hecks
beschrnken.
Die Pressteile sollen von Daimler-Benz, die Trennspante durch Klckner bereit
gestellt werden . HAP/ EW/BO ( Dipl.- Ing. Ress veranlasst
Auftragserteilung an Daimler-Benz ber 75 Hecktrennspante und Zulieferung des
Blechmaterials, Materials fr Normteile usw. an LZ . Ferner veranlasst SO
Erteilung des Auftrages ber Zusammenbau der 75 Hecks an LZ , sowie gesonderten
Auftrag ber die hierzu notwendigen Bauvorrichtungen; diese werden von LZ in
Anlehnung an die von HAP/EW/BN bereits bersandten Entwrfe selbst erstellt.
b)
13 weitere Gerippe fr A7 :
Auer
den 3 in Arbeit befindlichen A7 -Gerippen waren bisher schon 3 weitere in
Aussicht gestellt. Es kommen nun noch dazu :
3
weitere A7 in Startausfhrung und
7
weitere A7 in Abwurfausfhrung.
Veranlassung
der Auftragserteilung an LZ durch HAP/EW/Proj.( Dipl.Ing.Roth
).
(
A7 : Modifizierte A5 fr die Mariene, Lnge 5,908 m , Leitwerksflossen 1,612
qm,
1800
kp Schub., blieb nur eine Studie ! )
c)
Montage von 10 kompletten A4 ( Stand 5.5.1942 )
Nach
Rcksprache mit Ing . Kruck HAP/VW wird die fr das VW in Aussicht genommene
Montage
von zunchst 35 A4 auf 25 reduziert und die 10 verbleibenden A4 zu LZ verlegt.
Veranlassung des Auftrages ber die Montage der 10 A4 durch HAP/EW/BG (
Dipl.Ing. Rees).
HAP/EW/BV ( Ing. Kowall) und HAP/VW ( Ing.Kruck
) legen gemeinsam den Bedarf des LZ an provisorischen Vorrichtungen fr die
Montage fest. Die Vorrichtungen werden HAP/VW erstellt und nach Fertigstellung
LZ zugesandt. Anlieferung des ersten kompletten Satz an Montagevorrichtungen
muss bis 1.9.1942 bei LZ erfolgt sein .
HAP//EW/TB
( Obering.Riedel I ) veranlasst Zusendung eines kompletten Satzes A4-
Zusammenstell- Zeichnungen ( Ausfhrung V7) bis 1.6.1942 an LZ.
(
Die Versuchsmuster V1 bis V6 waren die ersten Versuchsmuster und wurden im EW
gefertigt. Sie waren ca. 1 Tonne schwerer als das Muster fr die Null-Serie der
Baureihe A ab V7 . Das Versuchsmuster V7 wurde am 28.11.1942 gestartet, nach 37
sec. stellte der Schub ab . Reichweite 8,6 Km .)
D.
Bro Friedrichshafen der HAP
Es
wurde festgelegt, dass Ing. Fereberger auf grund der mit Mun 3 getroffenen
Absprachen
knftig
ausschlielich als Baufhrer der Abnahmestelle Oberraderach eingesetzt wird,
nach Fertigstellung der Bauleitungsbaracke Oberraderach verlegt er sein
Arbeitsplatz von LZ Friedrichshafen nach Oberraderach.
Das
Verbindungsbro der HAP bei LZ wird dann sofort aufgelst. Smtlicher an LZ
gerichteter Schriftverkehr ist knftig unmittelbar z. Hd. d. Herrn Dipl.Ing.
Eckner zu richten.
Nach
Rckkehr des Ing. Jakob mit seinen Kommando nach Friedrichshafen wird
stattdessen eine Verbindungsstelle der noch einzurichtenden Nachbauleitung bei
LZ vorgesehen.
Fachliche
Vorbereitung einer geeigneten Persnlichkeit zur Besetzung dieser Stelle
erfolgt durch HAP/EW/DS ( Dipl.Ing. Dellmeier ).
E.
Leeren Bereitstellung.
Die
Ausstattung des LZ mit Stracklehren, Spantlehren usw. bernimmt verantwortlich
HAP/VW/FV ( Ing. Kowall). Die Lehren werden auf die in EW, VW und bei
Daimler-Benz bereits vorhandenen Lehren abgestimmt, damit Austauschbarkeit von
Anfang an gesichert ist.
u.s.w. (BMAM RH8 1959 11.1-10)
Fr
die Gro-Serie der Baureihe B in der Halle 3 waren folgende Stckzahlen geplant
:
fr 07.1943 10 Stck
fr 08.1943 20
Stck
fr 09.1943 30
Stck
fr 10.1943 70 Stck
fr 11.1943 150 Stck
fr 12.1943 300 Stck
BA-MA, RH 8/v. 1 966, 6" und Rh 8/v 1 210, 115.*
Diese Stckzahlen
kamen aber nicht mehr zustande da durch Bombardierungen der ursprnglichen
Fertigungssttten die Fertigung in die Unterirdische Anlage im Kohnstein (
Thringen ) verlegt wurde. Auf einem Luftbild der Alliierten Aufklrung, das
kurz nach dem 21.6.1943 entstand, ist zu
erkennen das die Halle 3 erst zur hlfte errichtet war und damit mehr als ein
halbes Jahr hinter der Planung stand !
Alle in Friedrichshafen gefertigten A4 und A4 Teile wurden mit hoher
Wahrscheinlichkeit nur nach Peenemnde geliefert und dort fr Versuchszwecke
verschossen. Man kann davon ausgehen das keine der Raketen, die in
Friedrichshafen gefertigt wurde als Waffe eingesetzt wurden. Allerdings behielt
nach Beendigung der Fertigung in Friedrichshafen die Fa. Zeppelin die
Nachbauleitung der Tanks und Mittelteile ( Halbschalen ) .
Diese Teile wurden
nach Nordhausen geliefert, der Anteil fr die Fa. Zeppelin, an allen
gefertigten Mittelteile und Tanks, fr das als Terror-Waffe eingesetzte A4 ( V2
), liegt bei ca. 50 %.
(Metzler,Wagner)
Anmerkung zur
Fertigung :
In den meisten
Publikationen zur Industriellen Fertigung des A4 wird auch von einem Werk in
sterreich geschrieben, das auch als Ziel fr die in Friedrichshafen
hergestellten oder getesteten Teile genannt wird. Allerdings kann das bisher
nicht nachgewiesen werden : Siehe Rax Werke .
Das Ende einer V2
Serienfertigung in Friedrichshafen und Peenemnde bedeutete leider nicht das
Aus der V2 Fertigung, im Gegenteil ! Die Fertigung bekam eine Neue Qualitt,
ebenso der Umgang mit den Menschen die fr die Herstellung das V2 verwertet
wurden. Mit dabei immer noch die
Fa. Zeppelin als
Leitfirma fr die Baugruppe 2, der Kunde : Das Mittelwerk
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2001
Thomas Kliebenschedel