A4 (V2)
Raketenfertigung in Friedrichshafen
1942-45
Das Mittelteil des A4 (V2)
Das
Mittelteil dient zur Aufnahme und Befestigung der Treibstoff-Behlter. Die
Gerippekonstruktion bernimmt die Aufnahme der Schubkrfte. Gleichzeitig gibt
die Verschalung dem Gerterumpf die erforderliche aerodynamische Verkleidung.
Bei den
heutige Flssigkeitsraketen bildet der Tank und der Rumpfkrper eine Einheit,
derartige Konstruktionen waren damals denkbar aber mangels Erfahrung und
passende Werkstoffe kaum zu realisieren. Mann knpfte bei erprobten Techniken
aus dem Flugzeugbau an und verwendete die vor Jahren von Dornier weitgehend
entwickelten Schalenbauweise an.
Auszug aus
der Gertebeschreibung von 1.2.1945:
131
uerer Aufbau
Das Mittelteil besteht aus zwei
Halbschalen die durch je zwei Trennholme mit Sechskantschrauben
verbunden sind. Am oberen und unteren
Ende der Mittelteilverschalung befinde sich ein Trennspant zur Befestigung der
Gerteraumspitze und des Hecks. Aus Grnden der Flugfestigkeit ist der obere
Teil des Mittelteils durch berlage einer zweiten Blechhaut verstrkt. Diese
Blechhaut ist zwischen dem unteren Trennspant des Gerteraumes und dem oberen
Trennspant des Mittelteils befestigt. Die Hauptelemente der Halbschalen sind :
a) Die Beplankung .Es sind Bnder (Bahnen) aus
Stahlblech, die im Bereich der Holme berlappt und miteinander
punktgeschweit sind.
b)
Das Gerippe (Abb.
11). Jede Halbschale besteht aus einer vorderen und hinteren Trennspanthlfte
und den bei stehendem Mittelteil horizontallaufenden Spantsegmenten sowie den
vertikallaufenden Holmen und Stringern. Die Trennspanthlften sind
halbringfrmige Winkelprofile. Sie sind an der
Haut durch Punktschweiung befestigt. Sie
besitzen Bohrungen, oben zur Befestigung
des Gerteraumes, unten zur Befestigung
des Gerstrings und des Hecks .
Die Holme sind der Lnge nach durchlaufende
Profile, die der Lngsversteifung des Gerippes dienen. Sie sind an den
Trennspanten und an der Haut durch Punktschweiung befestigt, darber hinaus
zur besseren Versteifung der Trennspanten an diesen mit aufgepunkteten
(punktgeschweiten) Winkelstcken befestigt. Die Stringer sind ebenfalls der
Lnge nach durchlaufende Profile, jedoch schmaler und Halbkreisfrmig (whrend
die Holme einen U-frmigen Querschnitt besitzen),die wie die Holme an der Haut
, durch Punktschweiung befestigt sind. Die Trennholme bilden den Abschluss der
linken und rechten Seite jeder Schale und sind an der Haut durch
Punktschweiung, an den Spantsegmenten durch Nieten befestigt. Mit den
Trennspanten sind sie durch ein besonderes Gussstck, das mit dem Trennspant
sowie dem Trennholm vernietet ist, verbunden. Die Spantsegmente laufen rechtwinklig zu den Holmen und Stringern und
dienen der Querversteifung des Gerippes. Im Bereich der Stringer sind sie
ausgeschnitten und ber diese hinweggefhrt. Mit den Holmen sind sie durch
Knotenbleche und untereinander durch Brcken punktgeschweit verbunden, so das
sie einen festen Ring bilden. Die Entlftungsklappen. Es sind in einer
Schalenhlfte zwei Entlftungsklappen vorgesehen, um einen Druckausgleich gegen
den Auendruck whrend des Fluges zu erzielen. Diesen gegenber sind in der
anderen Schalenhlfte zwei Ladeklappen angebracht.
c) Die
Spaltverkleidung. Sie deckt den Zwischenraum zwischen den Trennholmen ab. Sie
bestehen aus einer 110 mm breiten Metallbahn, die ber den Spalt gelegt und
verschraubt wird.
Das Mittelteil
hat eine Lnge von 6176 mm, einen vorderen Durchmesser von 1384,6 mm und einen
hinteren Durchmesser von 1650 mm.

Abb. 20.
Bei der Fa. Zeppelin wurde
ca. 50 % , ca. 2800 A4 (V2)
Mittelteile, verteilt auf diverse Fertigungsauslagerungsorten gefertigt und an
das Mittelwerk bei Nordhausen geliefert.
Abb. 21. Mittelteil eines A4 ( V2 ) die zur
Restaurierung vorbereitet wird.
( Informationen ber das A4, Geschichte, Restaurierungsprojekte, u.s.w weltweit, erhlt man hier : www.v2rocket.com )

Abb. 22. Halbschale eines A4 (V2) whrend einer Restauration ( Bild :
V2Rocket.com)
Nach dem Ende des zweiten
Weltkrieges waren an vielen Orten des Deutschen Reiches und den besetzten
Gebieten kleinere und grere Zulieferbetriebe fr die Fertigung . In den
Einsatzgebieten fanden sich Lager an denen komplette A4 Raketen gelagert
wurden. Viele der abgeschossenen Raketen hinterlieen nach ihrem Einschlag
kleine, aber auch grere Trmmerstcke. Heute ist es keine Seltenheit mehr,
Brennkammern als Mahnmale zu finden . Dort wo man nach dem Krieg solche Teile
vorfand, wurden sie oft einem neuen Zweck zugefhrt. Aus den Mittelteilen
wurden Silos und die Tanks fanden eine Verwendung als Milch oder Wassertanks.
Seit einigen Jahren wird auch
gezielt nach Resten von A4 Raketen in den Bereichen der Fertigungsverlagerung
und den Abschusspltzen gesucht.
In den neunziger Jahren wurden in
Saulgau etliche Halbschalen gefunden, in sterreich ganze Lager mit unzhligen
Tanks die leider grtenteils verschrottet wurden.
Seit der Auflsung der DDR und dem
Ende des kalten Krieges wurde es mglich
Im Einzugsbereich der untertage
Verlagerung des Kohnsteins tauchen heute noch Teile auf, die nach dem Krieg
oder whrend der DDR zeit , insbesondere kurz nach der Auflsung der DDR aus
dem Kohnstein entnommen wurden bevor dieser verschlossen wurde.



Mittelteil- Spanten, Auflagebock
im Mittelwerk. Die Bilder entstanden in den 90er Jahren.


Habschale im Mittelwerk
Sehr fiele sich in Umlauf
befindenden Teile stammen auch aus Peenemnde. Der Markt mit dem Handel von A4
Raketenteile ist inzwischen so gro, dass man durchaus jeden Monat eine
vierstelligen Betrag allein beim grten Online Auktionshaus in Deutschland
ausgeben knnte. Das grte dokumentierte Teil das bei ebay versteigert wurde,
war der untere Teil einer A4 Brennkammer die aus der Ostsee geborgen wurde.
Insgesamt konnte ich biss heute so viele Fundstcke dokumentieren , das sich
damit weitgehend ein Komplettes A4 zusammen bauen liee !


Abb. 23a.
Einzelner Rumpf-Spant und Stringerfragment Abb. 23b
Teil eines Trennspant einer Halbschale
( Sammlung : V2Werk-Oberraderach.de )

Viele Peenemnder kennen ihre
Umgebung besser als man es vermuten knnte. Hat man das Glck einen zu kennen,
wird man bei Gelegenheit auch zu den Orten gefhrt an denen nach dem Krieg
unzhlige Raketen mit Schweibrenner zerschnitten wurden und die
zwischenzeitlich zu kleinen rostigen Fragmente zerfallenen Reste heute noch den Boden der Kiefernwlder
bedecken. Ab und zu findet man auch noch grere Teile wie dieses im Jahr 2008
entstandene Foto zeigt.
Dieses ca. 1 qm groes Teil einer
Halbschale wurde zwischenzeitlich von dort entwendet und drfte sich in einer
Privaten Sammlung befinden .

Abb. 24.
A-
und B- Stoff Behlter ( Treibstofftanks ) wie sie im A4
angeordnet sind . Es handelt sich dabei um Fundstcke aus sterreich (Bild :
Ausstellung, Tirospace, Tirol)
Am
21.3.1940 brannte auf dem Prfstand 1 fr rund 60 Sekunden der erste 25 t Ofen
fr das A4, damit war die Voraussetzung fr den Bau einer Ersten Rakete gegeben
! Nun begann man ernsthaft aus den bisherigen Erfahrungen die man mit Flssigen
Sauerstoff machen konnte, eine Treibstoffbehlter zu entwickeln . Das es mit
der Anfertigung eines Einfachen Tankes aus Aluminium nicht getan ist erwies
sich sptestens mit der Umstellung des Prototyps auf eine erste Serien-Rakete.
Bereits aus den Anfngen der Raketenentwicklung wusste man das der Einsatz
Flssigen Sauerstoffs besondere Anforderungen an des Material stellt, so ist
zum einen die Oxidationseigenschaft reinem Sauerstoff hnlich aggressiv wie
Sure und zum andern ndern die niedrigen Temperaturen von 183 C die
Mechanischen Eigenschaften der eingesetzten Materialien erheblich ! Da damals
nur Aluminium den Gewichtsanforderungen, Physikalischen Ansprchen gengte
plante man fr das erste den Einsatz dieses Materials, spter wollte man auf
Dnnwandigen Edelstahl oder Kunststoff umsteigen. Die ersten 10 Versuchsmuster
des A4 wurden noch zum grten Teil im Entwicklungswerk in Peenemnde
gefertigt, und waren um einiges schwerer als die Versuchsmuster der Null-Serie
. Nicht nur das der Aufbau im innern der Rakete sehr improvisiert war, auch die
Tanks waren sehr robust aus dickem material gefertigt. Ab dem Versuchsmuster V
11 ( Null-Serie) sollten gewichtsreduzierte Tanks zum Einsatz kommen.
Allerdings stie man dabei auf einige Probleme so das man erst die Tanks Umkonstruieren
musste , bevor man dise in die Raketen einbauen konnte.



Zerstrter
Treibstofftank nach einem Fehlstart , Peenemnde 1943 / Tankfertigung die Zeppelin
1942-43 ( Druckbank , Schweierei )
Auszug aus der
Arbeitsgruppenbesprechung der
Arbeitsgruppe III Triebwerk vom 28.07.1942. :
Treibstoffbehlter.
a) Entwicklungsstand :
Bei den bisherigen Gerten sind nur starkwandige Treibstoffbehlter
zur Verwendung gekommen. Bei den dnnwandigen Treibstoffbehltern, die aus Gewichtserleichterungsgrnden
erforderlich sind, sind neuerdings durch Ausreien der Befestigungshalterung
nochmals grere Pannen vorgekommen, so dass statische Durchrechnungen und Um
Konstruktion erforderlich ist.
b) Nullserie :
An Auftrgen sind erteilt :
Fa. Luftschiffbau Zeppelin: 150 Satz Br- und
O-Behlter.
Auftrags-Nr. fr Br-Behlter:
Wa Prf 11 Va 048-599/41 vom 7.1.42
Wa Prf 11 Va 330-0009/42 vom 26.2.42
Auftrags-Nr. fr O- Behlter:
Wa Prf 11 Va 042-5098/41 vom 7.1.42
Wa Prf 11 Va 330-0010/42 vom 26.5.42
Fa.Kock, Lbeck: 10 Satz als Probebehlter.
Auftrags- Nr.048-5145/41 vom 13.3.42.
Vorgesehen:
Aufstockung bei Fa.Kock: 160 Satz
`` LZ
300 Satz.
Material ist fr 400 Behlter bestellt und teilweise
geliefert.
Material fr weitere 250 Behlter wird laufend
aufgegeben.
Auftrge sind derzeit gestoppt, bis Neukonstruktion
und Erprobung vorliegt. Wieweit die derzeitige Konstruktionsnderung eine
Verzgerung der Nullserienausbringung der Baureihe A bringt, ist noch nicht zu
bersehen. Vorrichtungen und Werkzeuge bei den Firmen befinden sich in Arbeit.
Anhand erhaltener Tanks und Tank-Teile ist heute noch
nachzuvollziehen wie man versuchte die Halterungen aufzuschweien, dann erst
auf ein verstrkungsbleich zu nieten das wiederum Punktgeschweit am Tank
befestigt wurde, bis letztlich Halterung und Verstrkungsblech gnzlich auf den
Tank genietet wurde. Versuche die Tanks in alternativen Materialien zu fertigen
Scheiterden. Ledentlich am Ende des Krieges wurden bei zwei Versuchsstarts des
A4b noch Alkoholtanks aus Mipolam getestet. Was letztlich an Tanks zum Einsatz
kam wird hier in einem Auszug der Gertebeschreibung vom 1.2.1945
dargestellt.
Auszug
aus der Gertebeschreibung von 1.2.1945:
132 Der B-Behlter
Der
B-Behlter dient zur Aufnahme des B-Stoffes. Er befindet sich in der oberen
Hlfte des Mittelteiles und ist durch seine schwach konische Form von dem etwa
gleich groen A-Behlter leicht zu unterscheiden Sein Rauminhalt betrgt 4,6
m. Es knnen insgesamt 3800 kg B-Stoff getankt werden. Der hchste
Betriebsdruck des Behlters bei Bercksichtigung der Zusatzbelftung betrgt
ca. 1,2 at Der Werkstoff ist eine Legierung von Aluminium und Magnesium
(Al-Mg) und trgt die Bezeichnung Al-Mg 35. Die Bestandteile des Behlters
sind:
a) Behlterschuss
b) oberer Behlterboden
c) unterer Behlterboden.
a)
Der Behlterschuss (der konische bzw. zylindrische Teil des Behlters)
besteht aus Mantelblech von 1,2 ,mm Strke mit vier eingesetzten Z-Profilringen
die zur Versteifung des Mantels dienen. Am oberen Teil des Behlters sitzen
vier Aufhngebeschlge zur Lastaufnahme sowie oben und unten je zwei Fhrungs-
Beschlge zur Fhrung des Behlters im Mittelteil.



Abb. 25a/ 25b/ 26. Links: Halterung vom
Trennspant zum Aufhngebeschlag des Tank,
Bild in der Mitte , rechts : Fhrungsbeschlag
( Sammlung : V2Werk-Oberraderach.de )
b) Der obere Boden ist aus einem Stck gepresster
Korbboden von 1,2 mm Wandstrke. In den oberen Boden sind eingeschweit.
1. Das Mannloch zum Reinigen des Behlters und
zum Einbau des B-Vorventils Es wird
mittels des Mannlochdeckels verschraub.
2. Der Stutzen fr den Staudruckanschluss zum
Einfuhren der Staudruckluft in den Behlter.
3. Der Stutzen fr den Fllungsbegrenzter. Durch
Schwimmer der Kontakte bettigt, wird das Erreichen der vorgeschriebenen
Tankmenge angezeigt.
4. Der Betankungsanschluss. Der Behlter wird
von oben her getankt. Am Betankungsrohr sitzt die Steuerventilanordnung, die
mit Hilfe des Steuerdruckes das ffnen des Stau- und B-Vorventils steuert.
5. Der Messstutzen NW 4 zum eventuellen
Einsetzen von Messgerten.
c) Der untere Boden ist ebenfalls ein aus einem
Stck gepresster Korbboden,
jedoch mit 2 mm Wandstrke. Er
enthlt:
1. Einen Stutzen fr das B-Vorventil.
2. Einen Entleerungsstutzen zum Enttanken des B-Stoffes.
3. Einen Messstutzen NW 4
133 Der A-Behlter
Der A-Behlter dient zur Aufnahme des A-Stoffes. Er befindet sich
direkt unterhalb des B-Behlters und besitzt einen zylindrischen Behlterschuss
mit korbbodenfrmig gepresstem oberen und unteren Boden. Er besteht ebenfalls
aus Al-Mg 35, hat aber eine in allen seinen Teilen gleiche Wandstrke von 2 mm.
Sein Rauminhalt betrgt 4,61 m. Bis zum berlauf knnen 4,3 m= 4900 kg
A-Stoff getankt werden Die darber
hinaus getankte Flssigkeitsmenge fliet durch das Belftungsrohr ber den
Entlfter ab. Der hchste Betriebsdruck
des Behlters betrgt 2,3 at, der Probedruck am Boden des Behlters 2,6 at.
a) Der Behlterschuss besteht aus 2 mm starkem Mantelblech mit sechs Z-
Profilringen versteift, vier Absttzbeschlgen und vier Fhrungsbeschlgen
b) Der obere Boden (2 mm Wandstrke) enthlt:
1. Das Mannloch.
2. Den Stutzen fr den
Fllungsbegrenzter. der das Ereichen einer bestimmter Fllungshhe durch einen elektrischen Kontakt anzeigt.
3. Den Messstutzen NW 4.
c) Der untere Boden (2 mm Wandstrke) enthlt:
1. Den Entnahmestutzen mit dem
Betankungs- und Nachtankanschluss. A-Behlter wird von unten getankt.
2. Den Stutzen fr die
Behlterstandsonde. die den zeitlichen Verlauf des Behlterstandes fr die
Verbrauchsrechnung bestimmt.
3. Den Stutzen fr den Restmelder
.
4. Stutzen fr Messanschluss NW
4.
5. Stutzen fr
Belftungsrohr.
d) Das Ankerrohr ist ein mit dem oberen und unteren Boden verschweites
Rohr, das durch den A-Behlter durchluft und der Aufnahme der
Brennstoffleitung aus B- Behlter dient. Da diese selbst mit einer Isolierung
versehen ist, wird der B-Stoff bei seiner Durchfhrung durch den A-Behlter
hinreichend gegen den A-Stoff geschtzt.
e)
Das Belftungsrohr dient der Zufuhr von Stickstoff oder (whrend des
Fluges s.206) von gasfrmigem A- Stoff in den A- Behlter, um ihn unter
Vordruck zu setzen. Dieser Vordruck soll eine zu starke Vergasung des A-Stoffes
in den Zuleitungen zur Pumpe und im Behlter verhindern. Das Belftungsrohr
besitzt einen Anschluss fr die P-Stoffzufuhr, einen Anschluss fr die Zufuhr
von warmem A-Stoffgas (vom Wrmetauscher) sowie einen Anschluss fr den
A-Entlfter.
Sauerstoff und Alkoholtank waren rhrenfrmige
Behlter, die aus zwei b.z.w. drei Bahnen Aluminiumblech die konisch oder Zylindrisch zusammengeschweit
wurden und durch gewlbte Deckel ( Bden ) abgeschlossen waren. Die Herstellung
der Tankbden wurde durch ein bereist sehr altes Verfahren durchgefhrt, hierzu
wird auf einer Maschine die starke hnlichkeit mit einer Drehbank hat, an
Stelle des Backenfutters in dem das zu bearbeitende Werkstck eingespannt wird,
eine Schablone angebracht . Diese Schablone ist das Negativ des Teiles das
gefertigt werden sollte. Diese Schablone wird bei Einzelanfertigungen aus Buche
auf einer ( Dreh ) Drechselbank hergestellt, bei greren
Serien verwendet man aber Schablonen aus Stahl. An Stelle des Reitstocks bei
einer Drehbank, befindet sich an einer Druckbank eine Pressvorrichtung mit
deren der Rohling, eine Blechscheiben (Ronden) zentriert auf die Schablone
gepresst ( fixiert ) wird . Die Umformung des Rohlings erfolgt nun so, das an
Stelle des Lngs- und Quersupport in dem bei einer Drehbank ein Werkzeug zur
Spanabhebung angebracht ist, eine Rolle befindet die gegen des sich in Rotation
befindliche Blech des Rohlings gefhrt wird und das Blech dabei auf die
Schablone drckt. Auf diese weise wird das Blech des Rohlings ber die
Schablone gezogen, so das dieser die Form der Schablone annimmt .

Abb. 27. ( Entnommen aus :
Fachkunde fr metallverarbeitende Berufe , Verlag Willing & Co,
Wuppertal-Barmen 1949 )
Bei Bleche wie die, die bei der A4
Tankbodenherstellung verwendeten wurden, die aus einer Al Mg 35 Legierung
bestehenden bedarf es meist mehrerer Arbeitsgnge und Schablonen. Radien die im
Querschnitt 24 cm erreichen, knnen durch die starke Umformung zu einer hohen
Verhrtung des Werkstoffes fhren was dann Rissbildung zur Folge hat ! Solche
Teile mssen nach einem Arbeitsgang in einem Ofen geglht werden bevor sie
weiter umgeformt werden konnten! Die Bden der A4 Tanks erreichten erst nach
viermaligen glhen und Umformens die endgltige Form. Bei der Firma Zeppelin
hatte man bereits einige Erfahrung in der Umformung von Aluminiumlegierungen
durch die Herstellung sehr leichter Treibstoff und Gastanks fr die Zeppeline.
Hersteller und Zulieferer der Treibstofftanks
Anfangs noch hatte die Fa. Zeppelin alleine die
Auftrge fr die Tankfertigung , mit zunehmenden Bedarf wurde dann nach
weiteren Nachbaufirmen der Tanks und den Einzelteilen gesucht. In wieweit die
oben genannte Fa. Kock dann Grere Stckzahlen fertigte ist bisher nicht
bekannt. Sicher ist das durch die Kriegsentwicklung die Fertigung der Tanks
breit ber das gesamte Reichsgebiet verteilt wurde. Die Fa. Zeppelin blieb
Leitfirma fr die z.B. in Saulgau bei der Fa. Bautz oder der "Austria"-
Vereinigte Emalierwerke, Lampen und Metallwarenfabrik AG Wien gefertigten Tanks. Am Ende des Krieges
ist die Zulieferer- Struktur so unbersichtlich geworden das man bis heute noch
Tanks in den abgelegensten Orten finden kann. In den meisten fllen wurden fr
die Herstellung der Tanks, Zwangsarbeiter herangezogen, wie z.B. in Saulgau
oder dem Lieferanten fr Fhrungsbeschlge die Rheinmetall- Borsig AG (bwo) in Dsseldorf . In dem
dazugehrendem Leichtmetall-Presswerkes auf dem ehemaligen Gelnde der frheren
Lokomotivenfabrik "Hohenzollern" wurden derartige Teile von
KZ-Zwangsarbeiter des SS- Arbeitskommando "Berta" gefertigt. Das
Arbeitskommando unterstand der direkten Leitung des KZ Buchenwald. Am Ende des
Krieges waren soviel Tanks gefertigt, das sie in Unmengen in den Stollen
des Kohnsteins ( in Harz) und auf dem
Freigelnde davor zu finden waren .
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Thomas Kliebenschedel